Was wir glauben

Unsere Wurzeln

Eine Orientierungshilfe des AGG der EmK – mit freundlicher Genehmigung, diese auch für uns zu verwenden. Wir haben in einem Punkt die Reihenfolge geändert. Die Orientierungshilfe mit genauen Angaben zu Autoren und Ambition finden Sie hier.
Die Bestellung der ausführlicheren, gedruckten Orientierungshilfe ist ab sofort hier möglich.

1. Gottes Wort

Wir glauben, dass Gottes Wort die Grundlage, Quelle und Norm allen christlichen Lebens und Glaubens ist (2Tim 3,16). Es ist ein für alle Mal ergangen in Jesus Christus, der darum das Wort Gottes schlechthin ist (Joh 1,1. 14), und ist bezeugt durch die Apostel und die anderen biblischen Autoren (Apg 24,14). Von Jesus Christus her erschließt sich auch das Zeugnis des Alten Testaments als Wort Gottes (Mt 5,17; Lk 24,27). Auf dieser Grundlage ergeht das Wort Gottes weiter in der Verkündigung und dem Zeugnis der Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes.

2. Jesus Christus

Wir glauben, dass Jesus Christus der Mensch gewordene Sohn Gottes und als solcher wahrer Gott und wahrer Mensch ist. In seiner Person hat Gott sein Heil für alle Menschen und für die Welt geoffenbart (Apg 4,12). Durch seinen stellvertretenden Sühnetod hat er die Vergebung und Entmachtung der Sünde erwirkt (Röm 8,3; 1Kor 15,3). Durch seine leibliche Auferstehung von den Toten hat er die Macht des Todes überwunden und ewiges Leben gestiftet (1Kor 15,54f). Jesus Christus ist der Mensch, wie er nach dem Wort und Willen Gottes wahrhaft leben soll. Seine Gerechtigkeit kommt uns Menschen zugute und ist bleibendes Vorbild und Kraft für unsere Lebensführung.

3. Heiliger Geist

Wir glauben, dass der Heilige Geist Gott selbst in seiner machtvollen Gegenwart und Wirksamkeit in der Welt und insbesondere in den Menschen ist. Als solcher erschließt der Heilige Geist primär Jesus Christus als das eine heilschaffende Wort Gottes (1 Kor 2,10f; 12,3; Eph 1,17ff; 3,4f) und weckt den Glauben an Jesus (Apg 10,44ff; Röm 15,18f). Er befähigt zur Nachfolge Jesu und zum Zeugnis von ihm in Wort und Tat (Apg 1,8; 4,29ff) und rüstet die Glaubenden mit seinen Gaben zum Aufbau der Gemeinde und Dienst in der Welt aus (1Kor 12-14). Der Heilige Geist wirkt in uns das Leben im dynamischen Einklang mit dem Wort und Willen Gottes (Röm 8), so dass sein Wirken grundsätzlich mit dem Wort Gottes übereinstimmt und ihm nicht widersprechen kann.

4. Bibel

Wir glauben, dass die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments Gottes Wort ist (Näheres siehe unter 1. Gottes Wort). Als solche ist sie von Menschen unter der Leitung und Bevollmächtigung des Heiligen Geistes geschrieben. Sie ist somit Gottes Wort in Gestalt von Menschenwort. Mit den Reformatoren und Vätern/Müttern der methodistischen Bewegung glauben wir deshalb, dass die Bibel unter der Leitung des Heiligen Geistes in erster Linie durch sich selbst ausgelegt werden will und muss (1 Petr 1,10f). Die Einbeziehung von Tradition, Vernunft und Erfahrung in Unterordnung unter die Schrift erweist sich dabei als wertvolle Hilfe des Verstehens.

5. Kirche

Wir glauben, dass die Kirche die Gemeinschaft der Heiligen (Kol 1,12; 3,12) als sichtbares Miteinander von Menschen (Mt 5,13-16) in der Vielfalt unterschiedlicher Ausprägungen ist (2Kor 1,1). Sie ist durch die persönliche Nachfolge von Jesus Christus bestimmt, lebt in seiner Sendung (Joh 20,21; Apg 1,8) und erfüllt seinen Auftrag (Mt 28,19f; Lk 10,3-12), bildet aber Ihren Grund, Jesus Christus (1Kor 3,11), immer nur unvollkommen ab.

6. Gemeinde

Wir glauben, dass die Gemeinde der Ort ist, an dem Menschen in den heilenden Wirkungsbereich des Leibes Jesu Christi kommen und sich zur Dankbarkeit rufen lassen (Lk 17,12ff). Im Leib Christi sind alle Grenzen überwunden (Gal 3,26ff) und an ihm ist jede und jeder beteiligt, der den Namen des Herrn anruft (Röm 10,12f). Auftrag der Gemeinde ist es, sichtbar und öffentlich die neutestamentliche Vision von Gemeinschaft und Versöhnung zu verwirklichen (Eph 2,189ff; 1Petr 2,5) durch Formen, die das sie umgebende kulturelle Leben mit einbeziehen (1Kor 9,19ff).

7. Heilsmomente

Wir glauben, dass das Heil des Menschen in Gottes rechtfertigender Liebe gründet (Röm 3,23f). Sie gilt uns bedingungslos als vorlaufende Gnade schon zu einer Zeit, während wir noch getrennt von ihm leben (Röm 5,8ff). Im Menschen verwirklicht sich das Heil durch eine innere Erweckung (Lk 15,17ff), auf die hin er umkehrt (Lk 15,20a) und in deren Vollzug Gott den rettenden Glauben schenkt. Dabei lässt Gott uns Vergebung als Gewissheit erfahren (Lk 15,20b-24) und bewirkt die Erneuerung unseres Herzens in der Wiedergeburt (Röm 5,5). Auf dem Weg der Heiligung wachsen wir in Glaube, Liebe und Hoffnung (Röm 12,1f) mit dem Ziel einer reifen Haltung des Glaubens als ganze Liebe (Vollkommenheit / Hebr 5,12-14) auf dem Weg zur ewigen Vollendung (Röm 5,2).

8. Das Heil des Menschen

Wir glauben, dass sich das Heil des Menschen verwirklicht, indem sie oder er seine göttliche Bestimmung als Licht der Welt erkennt, ihr folgt und sich in einem gabenorientierten Leben in der von Jesus gestifteten Gemeinschaft zu dem Bild gestalten lässt, das Gott sich von ihm gemacht hat (Gen 1,27; Mt 5,14-16; Eph 2,10) und das in der Liebe von Gottes neuer Welt am Ende der Zeit seine Vollendung findet (1Kor 13,8-13; Offb 21,1-5). Gott zwingt den Menschen nicht zum Heil. Die Möglichkeit zur Sünde als Ungehorsam und Trennung von Gott gehört zum Menschsein und ist mit der Bekehrung nicht aufgehoben (1Mo 3-11; Röm 11,21f). Die Hoffnung auf Heil gewinnt in der Gemeinde heilend Gestalt in der Vergebung der Sünde und in Heilungen (Lk 9,1f; 10,8f; 24,47; Jak 5,14-16).

9. Gebet

Wir glauben, dass das Gebet zum dreieinigen Gott die wichtigste Quelle von Kraft und Inspiration für ein christliches Leben ist und das erste unter den Gnadenmitteln. Jesu Beten dient uns als Muster für Anbetung, Dank (Mt 11,25f) und Bitte: sein persönliches Gebetsleben (Mt 6,5f), das „Vaterunser“ (Lk 11,2ff), seine Gedanken zum Bittgebet (Mt 6,7f; 7,7ff.21) und das Gebet für die Feinde (Mt 5,44f).

10. Sexualität

Wir glauben, dass Gott die Menschen in der gegenseitigen Zuordnung der beiden Geschlechter, männlich oder weiblich, geschaffen (Gen 1,27f) und die geschlechtliche Gemeinschaft miteinander dabei im ganzheitlichen, lebenslangen Verbunden-Sein von Mann und Frau verortet hat (Gen 2,24; Mk 10,6-9).

11. Religionen

Wir glauben, dass Gott als Schöpfer der Welt das Heil aller Menschen will (Gen 12,3; Jes 49,6; 1Tim 2,4) unabhängig von ihrer Religion und ob sie ihn kennen oder nicht (Röm 5,8ff). Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hat sich in Jesus Christus unüberbietbar als der eine und einzige Gott bezeugt (Apg 4,12).

Es gibt kein Heil an Jesus Christus vorbei (Röm 11,26f; 2Kor 5,18-21; Phil 2,10f; Kol 1,19f). Alle Christusgläubigen sind gesandt, weltweit die gute Nachricht zu verkündigen (Mt 28,18ff). Dabei erschließt sich der Glaube an die Wahrheit des Evangeliums als eine geistgewirkte, übernatürliche Offenbarung unter den Bedingungen eines freien Willens, das ihm angebotene Heil anzunehmen oder abzulehnen. Darum begegnen wir anderen Religionen respektvoll und treten ein für Religionsfreiheit und dass Recht auf öffentliche Religionsausübung bis Gott am Ende der Zeit seinen Plan mit den Religionen vollenden wird.

12. Mission Wir glauben, dass das öffentliche Bezeugen des Glaubens in Wort und Tat ein unverzichtbares Wesensmerkmal christlichen Lebens ist (Mt 5,14; Apg 4,20). Kirche ist Mission mit dem Ziel, den weltweiten Auftrag und Willen Jesu zu erfüllen durch aktive Weitergabe des Evangeliums, Hineinführen in die Jesusnachfolge, Eingliederung in die christliche Gemeinschaft, Unterweisung im Glauben und in ein Leben in ganzer Liebe zu Gott (Mt 22,37; 28,19f; Apg 1,8). Dabei sind der Ruf zur Umkehr, das Angebot der Sündenvergebung und ein Leben im Horizont des Reiches Gottes zentrale Aspekte (Mk 1,15; Lk 24,48).