Nichts ist mehr, wie es vorher war.

Nichts ist mehr, wie es vorher war. Die Welt erlebt gerade einen kollektiven Burn-out. Die Erde scheint sich gegen den Menschen zu wehren, der immer denkt, dass er alles kann und alles weiß. In den vergangenen Jahren haben weltweit Machtgier, Profit und Rekorde im Vordergrund gestanden. Das Tempo, das wir vorgegeben haben, war nicht mehr zu toppen. Verheerende Brände in Australien oder Ebola in Afrika haben uns nur am Rande berührt. Jetzt haben wir etwas, was die ganze Menschheit betrifft.“

Diese Worte kamen nicht aus dem Mund eines Propheten aus dem Alten Testament, der die damaligen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten anprangerte. Nein, es handelt sich um eine aktuelle Aussage von dem Trainer der deutschen Fußballmannschaft, Joachim Löw, zur der Coronakrise, in der wir uns gerade befinden.

Einige Christen fragen sich genau wie Herr Löw, ob die Plagen und Probleme, mit denen wir gerade konfrontiert werden, auch mit von uns Menschen verursacht wurden? Mit anderen Worten, was will uns Gott mit dieser Krise zeigen? Einige gehen so weit, dass sie in der Pandemie eine Mahnung oder sogar eine Strafe Gottes sehen. Auf diese Fragen gibt es keine leichten Antworten. Erkrankungen, Behinderungen oder Probleme sind Teil unseres Lebens in unserer unvollkommenen, gefallenen Welt. Auch viele Gläubige und fromme Christen bleiben von solchen Leiden nicht verschont, ebenso nicht vor der Viruspandemie.

Ja – Gott ist ein heiliger und gerechter Richter, er lässt es nicht lange zu, dass seine Ordnung ignoriert und seine Gesetze gebrochen werden. Mehrmals lesen wir, wie Gott ganze hochzivilisierte Gesellschaften wie Ägypten, Babylon und sogar sein eigenes Volk Israel wegen Machtgier, Profit und Unmoral bestraft hat. Andererseits wissen wir, dass Gott immer zuerst seine Gnade oder einen Ausweg anbot, bevor er seine Strafe vollzogen hat.

Wir Christen haben seine Gnade und den Ausweg in Christus geschenkt bekommen. Das bedeutet nicht, dass wir deswegen von allen Problemen dieser Welt verschont bleiben. Aber wir sind uns dessen bewusst, dass wir auch in schwierigen Tagen eine Hoffnung haben. Die Ostergeschichte erzählt uns von solch einer Hoffnung: nach dem trüben Karfreitag kommt für uns der gesegnete Ostersonntag. Und in dieser Hoffnung bleiben wir trotz allem standhaft; denn Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit (Heb. 13, 8)

Neulich habe ich eine Mediennachricht bekommen, die mich sehr gesegnet und durch den Tag getragen hat: eine wunderschöne Version des Liedes, „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“

Dieses Lied wurde von Dietrich Bonhoeffer während seiner Zeit im Gefängnis geschrieben. Einsam in seiner Zelle, einer ungewissen Zukunft entgegen sehend, schrieb er die folgenden Verse, die gerade in diesen Tagen ihre zeitlose Gültigkeit beweisen:

Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Amen

Vatroslav Zupancic

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