Schneller als gedacht: Neuer Zweig der weltweiten EmK in Vorbereitung

Wie verschiedene Medien berichten, ist für die kommende Generalkonferenz im Frühjahr geplant, dass die „Konservativen“ weltweit eine eigene Kirche bilden. Sie könnte nach den Berichten „New traditionalist Methodist denomination “ heißen. Das ist das Ergebnis einer Mediationsgruppe von 16 führenden Methodisten aus der ganzen Welt, der nun auch vom Bischofsrat unterstützt wird. Die neue Kirche soll einen Teil des Vermögens erhalten – und die Trennung soll „respektvoll“ vonstatten gehen.
Zwei Punkte sind indes bei dieser Meldung zu beachten: Zum einen bedeutet die neue Beschlussvorlage eine gravierende Änderung der EmK-Weltkarte, wo dann die USA eine ganz andere Stellung hätte. Zum anderen gilt: Es ist noch nichts beschlossen: Die Generalkonferenz kann auch anders entscheiden, als vermutet.

Hier sind einige Hintergrundinformationen zu diesem Vorschlag von der WesleyCovenantAssociation zu lesen. Diese wird evtl. beauftragt, die „Traditional Denomination“ zu organisieren.

Hier sind die Presseberichte zu lesen:

Emk.de

Pro Medienmagazin

Die ZEIT

8 Kommentare zu „Schneller als gedacht: Neuer Zweig der weltweiten EmK in Vorbereitung“

  1. Verkehrte Welt? Bei der Generalkonferenz gab es eine „traditionelle“ Mehrheit* gegenüber einer progressiven Minderheit. Nun bleibt die „Minderheit“ als UMC bestehen und die vielen traditionellen EmKler müssen in ihr eigenes Gefäß gehen. Möglicherweise habe ich etwas nicht richtig gelesen oder verstanden – zur Zeit aber bin ich sehr verwundert über diesen Weg. Wenn es indes Gottes Weg der Demut ist, dann soll es so sein.

    * Auch, wenn es bei der Abstimmung nur eine dünne Mehrheit war, darf man mit diesem Ergebnis annehmen, dass die Mehrheit der Methodisten in den Gemeinden, an der Basis, eher der konservativen Meinung sind. Leider hat es, auch in Deutschland, bislang keine derartige Umfrage gegeben.

    1. Sehr geehrter Herr Klug,
      war es nicht so, dass in den letzten Monaten Rückmeldung von Bezirken und Regionen zu den vom Runden Tisch vorgeschlagenen drei Punkten gab? Ich habe in unserer Region (Rhein-Main) von keiner Gemeinde, die den konservativen Weg mitgehen will.

      Ich glaube nicht, dass Ihre Annahme den Tatsachen auf den einzelnen Bezirken entspricht, und das ist gut so.

      Immer wieder stoße ich in den Artikel auf eine für meine Begriffe nicht gerade deeskalierende Art, hier wird immer wieder den „liberalen“ (da frage ich mich, wer den Trennstrich zwischen konservativ und liberal wo ansetzt) unbiblisches Denken und Handeln unterstellt. Auch mit dem Namen der Website „verwurzelt in Christus“ unterstellen Sie unterschwellig, dass alle, die anders denken, fühlen, handeln nicht in Christus verwurzelt sind. Das ist verletzend und trägt auch nicht dazu bei, dass die Gespräche sachlich geführt werden können.

      Harry Gangnus

      1. Sehr geehrter Herr Gangnus,
        es gab zwar diese von Ihnen angesprochene Rückmeldung der Bezirke, diese hatte einen gewissen Umfragecharakter – mehr aber auch nicht.
        Eine Abstimmung ist was anderes, schon alleine dahin gehend, dass flächendeckend gleich befragt wird, mit gleich lautenden festgelegten Fragen, die für eine statistische Erhebung geeignet sind. Bei der zum Teil erfolgten Rückmeldung war es jedoch allen Beteiligten selbst überlassen, wie sie antworten. Ich selbst war an dieser Thematik aktiv mit beteiligt und habe daher einen guten Einblick, wie und in welche Aussagerichtung man die Rückmeldung gestalten kann.
        Es ist hinlänglich bekannt, das in Ihrer Region die Stimmung sehr stark progressiv ist. Aber es gibt auch noch andere Regionen, in den ist es genau gegenteilig, da sind in den gemäßigteren Gemeinden um die 80% konservativ abgestimmt, die anderen haben zum Teil sogar den kurzfristigen Austritt aus der EMK Deutschland in Planung, dass sollte also schon zu denken geben. Doch unabhängig von unseren Regionen in D ist es ja ein Fakt, das bei der Abstimmung zur GK die Mehrheit konservativ gestimmt hat – weltweit. In so fern ist die Annahme von Herrn Klug durchaus nachvollziehbar (weltweit zu verstehn).

        Zum Namen der Website: Da es diese Seite unter diesem Namen schon viel länger gibt als die letzte GK und die ganze Diskussion um dieses Thema, kann ich die Argumentation nicht wirklich nachvollziehen. Liberal könnte man auch progressiv nennen, da ja sicher nicht konservativ gemeint ist.

    2. Sehr hilfreich ist eine Frage-Antwort-Runde der 16 an der Mediation beteiligten Personen, auf UMNews, auch auf youtube zu sehen. Leider nur auf Englisch.
      Es ist bei vielen Methodisten über das gesamte Spektrum nach der letzten GK das Gefühl geblieben, das das Abstimmungsergebnis faktisch ein ungesundes Zereißen der Kirche zur Folge haben würde. Mit verheerenden Folgen für alle Dienste und Arbeitszweige der Kirche weltweit, (Mission, Katastrophenhilfe, Soziale Arbeit, Bildungsarbeit) die unabhängig von jeder Theologie einfach sehr wichtig und hilfreich für viele Menschen sind. Die für die GK 2020 diskutierten Trennungspläne hätten vieles zerstört.
      Daher ist diese Mediation auf Initiative eines afrikanischen Bischofs, (und mit Unterstützung der afrikanischen Bischöfe, die gerade solch einen Riss nicht wünschen) zustandegekommen.
      Möglicherweise war die Abstimmung bei der letzten GK für viele Delegierte in erster Linie eine bekenntnismäßige Standortfeststellung, und weniger ein planhaftes Vorgehen für die Zukunft der Kirche.
      Denn ganz Afrika ist gegen eine Spaltung. Es hat sich zumindest in den USA auch herauskristallisiert, das dort die „Traditionalisten“ in der Minderheit sind. Das dürfte bei der nächsten GK deutlich werden, denn viele US-Delegierte werden wechseln.
      Daher wohl dieses Entgegenkommen der Traditionalisten.
      Ich persönlich finde selbst diese geplante Trennung traurig, da ich nicht verstehe, dass Zusammenarbeit unter Christen, die seit vielen Jahrzehnten trotz teilweise erheblicher Überzeugungsunterschiede fruchtbar war, nun nicht mehr möglich sein soll. Eine Öffnung, die niemanden zwingt eigene Überzeugungen aufzugeben, sollte doch in Liebe verkraftbar sein.

    3. Diesen Gedanken hatte ich auch sofort, als ich die Meldung las. Ich finde das wirklich perfide. So wird aus einer Mehrheit plötzlich eine Minderheitenvariante.
      Und was viel schlimmer ist: eigentlich wird der Name UMC usurpiert von einer Gruppierung, die eigentlich zu Recht befürchten musste, auss der UMC ausgeschlossen zu werden.
      Ich finde das eine whrhaftige Frechheit. Bei aller „respektvollen Trennung“, die ich eigentlich befürworte, ärgert mich das so stark, dass ein kompletter Kirchenaustritt für mich nun wieder in greifbare Nähe rückt. Denn eigentlich hatte ich beschlossen, da ich ja UMC-Mitglied bleiben wollte, meinen Superintendenten und den Bischof um eine Überweisung in eine Organisationseinheit der UMC, die den von der GK beschlossenen Traditional Plan umsetzt, zu ersuchen. Diese Möglichkeit ist mir wohl jetzt genommen.

      1. Weder Ursupation noch perfide. Dies ist ein Kompromiss, der von den Verhandelnden Personen freiwillig eingegangen wurde.
        Siehe mein Kommentar oben.

  2. Vielleicht noch was zum nüchternen Betrachten der Situation. Für viele Methodisten weltweit hängt an der strukturellen Einheit der UMC und ihrer Dienste ja nicht nur ihr moralisches / theologisches Wohlgefühl, sondern die Existenz als Kirchen und Gemeinden, Versorgung von Hauptamtlichen, sowie ganz konkrete Hilfsprojekte.
    Darum hat die Gruppe der 16 gerungen und ehrenhaft versucht, größeren Schaden, der bei den anderen herumschwirrenden Szenarien zwangsweise entstehen würde, abzuwenden.
    Dahinter tritt für mich die Frage, welches resultierende Gebilde nun wie heißen darf, und auch mein persönliche Befindlichkeit, weit zurück.
    Herzliche Grüße.

  3. Neueste Nachrichten aus den USA:
    Ein Treffen von Traditionalisten in Alabama, bei dem über die mögliche Schaffung einer neuen methodistischen Kirche diskutiert wurde.
    Äußerung eines Vertreters der WCA:
    „Ritter, pastor of First United Methodist Church in Geneseo, Illinois, and a popular blogger on United Methodist issues, …..
    He also noted the most frequent question he gets: “Why should the ones that agree with the current teachings of our church be the ones to leave?”
    That brought applause, but Ritter went on to say that traditionalists are now in a minority in the U.S., and unlikely to prevail in most elections of U.S. bishops or in running the “apparatus” of the denomination.“

    https://www.umnews.org/en/news/traditionalists-event-draws-big-crowd

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