Wie kann ich mit der Anziehungskraft zum gleichen Geschlecht umgehen?

Kein Knecht kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Lukas 16,13

Nach meiner Hinwendung zu Jesus Christus war ich noch genauso homosexuell wir vorher. Ich träumte, dachte und fühlte homosexuell. Was nun? Neben einem einfühlsamen Pastor und ein paar gläubigen Christen, welche von meinem Hintergrund wussten, war wenig an Hilfe zu erwarten. Konnte vielleicht Gott mir helfen? ich war mir unsicher, denn hatte er mich nicht so gelassen wie ich auch vor meiner Hinwendung an ihn gewesen war: Homosexuell.

Was dient dem Leben?

Was mir allerdings schnell klar wurde, war dies: Entweder ganz oder gar nicht. So wie mir mein damaliger Sexpartner deutlich sagte: „Entweder du gehst in die Kirche oder du machst das, was wir hier machen.“ Ich wollte als frischer Christ Gott gehorsam sein. Denn ich hatte in seinem Wort, der Bibel, gelesen, dass das Ausleben der homosexuellen Gedanken und Empfindungen etwas ist, was Gott nicht will…

Was sollte ich aber tun? Selbst im gottesdienstlichen Singen dachte ich an die jungen Männer die neben mir standen und nicht an Jesus. Dabei wollte ich doch gerade ihm zum Lob die Lieder singen. Und nun sowas…

Traktate und Kondome

Meine Persönlichkeit schien gespalten: Zum Einen wollte ich Gott dienen und seinen Willen tun. Zum Anderen zog es mich mit aller Macht zu den Männern…

Als ich einen Bericht über ein geplantes Treffen Homosexueller an einem See las, erwog ich, dort meinen Urlaub zu verbringen und neben Broschüren über den Ausstieg aus der Homosexualität auch Kondome einzupacken – nur für alle Fälle. Meinem Herrn sei Lob und Dank, so muss ich heute sagen, ging mir beim Nachdenken über dieses Ansinnen ein Licht

auf: „Ich kann doch nicht gleichzeitig einen Weg heraus und einen Weg hinein gehen. Entweder ich tauche wieder in die Schwulenszene ab oder ich wage es zu versuchen, den Weg aus der Homosexualität heraus weiterzugehen.“

Später las ich in der Bibel: „Du kannst nicht zur gleichen Zeit zwei Herren dienen. Nur einen kannst du achten. Den anderen wirst du ab-lehnen“ (Matthäus 6,24). Du kannst nicht gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen – ob dir das bewusst ist oder nicht! Dieses Ziehen nach beiden Seiten hörte so schnell nicht auf. Homosexuelle Träume belasteten mich. Gebet schien nicht zu helfen. Vieles in mir war im Umbruch. Und das Altvertraute faszinierte mich immer noch…

Unser Wille ist gefragt

Ich merkte, ich muss mich entscheiden: Bleibe ich im Altvertrauten oder bin ich bereit, das Neue zu wagen – selbst dann, wenn ich keine Erfolgsgarantie habe?
So entschied ich mich, das Neue zu wagen, mich auf das zuzubewegen, was dem Leben dient.
Eine Hilfe dabei war mir ein Wort aus der Bibel: „Der Herr bewirkt beides, das Wollen und das Vollbringen“ (Philipper 2,13).

Der Anfang für mich war, dass ich ihn gebeten habe, dass er mir hilft, dass ich überhaupt will…

Das geringere Übel

Manchmal war der Druck zu stark und mir schien es nicht möglich, diesem Druck zu widerstehen. War es dann die einzige Möglichkeit das geringere Übel zu wählen? Es schien mir so zu sein. Und so versuchte ich eine Möglichkeit des Druckabbaus zu finden, welche mich und andere am Wenigsten verletzte. Das hat mich meiner, Meinung davor bewahrt, wieder in der Schwulenszene abzutauchen. Im Nachhinein hat es sich aber auch nicht als wirklich zielführend herausgestellt.

Erinnert mich das, was ich vorhabe an das Leben, was ich eigentlich hinter mir lassen will?

Oftmals ist es gut, das im Vorfeld zu reflektieren. Gute Freunde sind da sicher hilfreich. Ist das, was ich auf Facebook poste, das, wie ich mich kleide oder mit wem ich Kontakt suche etwas, was mich an meinen vorherigen Lebensstil erinnert, mich daran bindet und darin festhält? Oder ist es etwas, was mich weiterführt, zur Heilung beiträgt, oder wenigstens neutral ist?

Ich war beispielsweise fasziniert von einem Ohrring und so besprach ich das mit meinem Seelsorger. Uns wurde beiden klar, dass das nicht mit meinem vorherigen Lebensstil in Zusammenhang stand und so hatte ich die Freiheit einen Ohrring zu tragen.

Ein Freund von mir, wollte seine Frisur verändern und fragte seinen Seelsorger, was er davon halte und der erwiderte ihm: Wenn das in deinem Herzen Wurzel geschlagen hat, dann mache das nicht. Wenn es aber einfach mal eine Idee ist, welche du gern ausprobieren möchtest, dann sei du frei es zu tun…

Gesunde gleichgeschlechtliche Freundschaften

Nichterotische, gleichgeschlechtliche Freundschaften scheinen ein Schlüssel für die eigene Gesundung zu sein.

Hier gilt ganz besonders: Möchte ich den anderen verzehren, mir einverleiben und ihn aussaugen oder bin ich auch bereit zu geben und zu empfangen? Fliehe ich aus meinen Beziehungen, wenn ein Konflikt bearbeitet werden müsste oder bin ich bereit, diese Themen anzusprechende gemeinsam nach Lösungen zu suchen?

Ein junger Mann, mit dem ich mich angefreundet hatte, berührte mich auf verführerische Weise. Er hatte eine Grenze überschritten, wo mir klar war, das das in eine Richtung führte, die weder ihm noch mir zur Gesundung verhelfen würde. Schweren Herzens musste ich ihm mitteilen, dass ich wegen dieser Grenzüberschreitung nicht bereit sein würde die Freundschaft fortzusetzen.

Ein paar andere junge Männer aus einem christlichen Kreis weihten mich in die Geheimnisse des Fussballspiels ein. Wir überwanden den Zaun eines Sportplatzes und sie zeigten mir ein paar Grundlagen. Beim anschließenden Spiel lachte keiner bei meinen ersten Versuchen den Ball zu bekommen und zum Tor zu stürmen. In dieser Gruppe fand ich einige gleichgeschlechtliche Freunde, die mir auf dem weiteren Weg wirklich weitergeholfen haben.

Hilfreich auf dem Weg in die Freiheit ist eine Gruppe, wo ich Mann unter Männern sein kann und wo ich bestenfalls auch Rückmeldung darüber bekomme, wie ich mich gebe und welche Ausstrahlung ich auf andere ausübe.

Gezogen nach beiden Seiten

Manchmal, wenn ich von meinen Erfahrungen berichte, klingt alles so einfach. Ich muss bekennen: Es war alles andere als einfach!

In der ersten Woche, nachdem ich mein Leben Jesus Christus übergeben und mich vom homosexuellen Lebensstil abgewandt hatte, lernte ich viele interessante junge Männer kennen, zu denen ich aufschaute, die mich faszinierten und mit denen ich es mir durchaus vorstellen konnte, im Bett zu landen.

Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, den Weg der Enthaltsamkeit zu gehen und Gott eine Chance zu geben, war ich hin und her gerissen. Sollte ich nun wirklich die nächste Zeit enthaltsam leben oder wäre es nicht angebrachter, nach beiden Seiten Ausschau zu halten? Der Gedanke verstärkte sich: Vielleicht gibt es ja doch einen jungen Mann, der mein Freund wird und wir beide dann in aller Freundschaft und Treue zueinander stehen. Diesen Versuchungen wird jeder ausgesetzt sein, der sich vom homosexuellen Lebensstil abwendet oder wer mit gleichgeschlechtlichen Gedanken sich gar nicht erst zum Ausleben der homosexuellen Gefühle entscheiden will.

Es braucht hier jedoch die bewusste Entscheidung: Gehe ich den Weg, der zum Leben führt oder gehe ich den Weg, den ich kenne, der aber schlussendlich nur mich und andere in der Unfreiheit gefangen hält. Es kommt im Christenleben eben nicht darauf an, was ich gerade noch tun kann, ohne in „Sünde“ zu verfallen. Es ist im Christenleben auch nicht angezeigt, mit besonderer Cleverness das Gute schlecht und das Schlechte als gut zu bezeichnen, damit ich so weitermachen kann wie bisher.

Wenn ich als Christ leben und Gott wohlgefällig sein will, dann komme ich nicht um Verzicht und Enthaltsamkeit herum, dann kann ich eben nicht zwei Herren dienen. Aber wenn ich mich für ihn entscheide und ihm treu bin, dann kann ich mich auf einen große Belohnung freuen. Hoffentlich schon auf dieser Erde, aber ganz gewiss bei ihm im Himmel.

Verzagt, geschunden, nicht akzeptiert irgendwie anders, gebunden.
Hoffnungslos, ziellos, planlos, endlos,
gar nichts los.
Bedrückt, willensschwach, schwer, gebeugt,
was kommt danach?
Jetzt – ich hab ́s!
Jemand interessiert sich für mich. Gefühle erwachen, Glücksgefühle.
Wird ́s jetzt Licht?
Begeisterung, Gefühle laufen Sturm. Hoffnung keimt auf. Liebe wächst,
Glück scheint perfekt.
Doch was war das? Liebe, vergiss es!
Treue, wo denkst du hin? Ich habe andere,
brauch dich nicht unbedingt…
War das ein Freund? War das Liebe? Eine Stimme sprach:
Das ist keine Liebe. Denk mal nach!
Willst du so weitermachen bis ans Ende?
Mein Innerstes schrie: Nein – nicht wirklich!
War das die Wende?
Ja, in etwa schon,
denn etwas ist gescheh ́n Der Herr sprach mich an und fragte:
Willst du mit mir geh ́n?
Ich sagte: Ja,
sei du mein Herr.
Ich hab ́alles versucht und ich seh ́ keinen Weg, keinen Ausweg mehr!
Der Herr nahm mich ernst.
Jesus nahm mich beim Wort.
Waren nun all die trüben Gedanken, waren nun all die seltsamen Gefühle hinweg und gleich fort?
Nein – aber die Heilung,
sie hatte begonnen,
und ich fühlte mich von Jesus, meinem Herrn und Gott,
ernst genommen.

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