Einheit, Liebe und Heiliger Geist

Dorothea Hinske läßt uns am AlphaKurs-Bibelleseprogramm teilhaben.
HIER ist die Originalquelle zu finden, wo Nicky Gumbel die Zeilen veröffentlicht hat.
(Bild: Christen in Einheit – über Nationen hinweg bei einer Schiffsbegrüßung in einer schwedischen Schleuse in Forsvik mit 100% guter Botschaft)

Pater Raniero Cantalamessa ist Franziskanermönch. 1977 wurde er vom Vatikan als Beobachter an eine Konferenz nach Kansas City (USA) entsandt, an der 20.000 Katholiken und 20.000 Christen anderer Denominationen teilnahmen. Am letzten Tag, nachdem ein Redner darüber gesprochen hatte, wie tragisch die vielen Spaltungen im Leib Christi (der Kirche) sind, gingen 40.000 Christen auf die Knie und taten Buße. Als Pater Raniero während des Gebets aufblickte, sah er draußen die Worte „JESUS IST HERR“ auf einem Neonschild über dem Konferenzort leuchten. Er beschreibt diesen Moment als kurzen Blick darauf, worum es bei christlicher Einheit geht – 40.000 Menschen kommen unter der Herrschaft Jesu zur Buße.
 
Er bat „einen Protestanten, einen Laien“ für ihn zu beten, dass er mit dem Heiligen Geist erfüllt würde. Der Heilige Geist erfüllte ihn, und er erlebte die Liebe Gottes zu ihm auf ganz neue Art und Weise. Er ertappte sich, „wie er in Zungen redete“. Die Bibel wurde ihm in neuer Weise lebendig. Er erhielt einen neuen Dienst: 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II zum Prediger des Päpstlichen Hauses. Dieses Amt bekleidet er nun seit vielen Jahren. Es sind drei Themen, die seinen bemerkenswerten Dienst prägen: Einheit, Liebe und der Heilige Geist. Sie sind einzigartig und hängen doch ganz eng zusammen.
Zu Psalm 133:1-3
1.  Leben in Einheit
Gott segnet die „Eintracht“ (133,1). Das sehe ich immer wieder. Er segnet Eintracht in Ehen, Familien, Teams, Gemeinschaften, Nationen und in der Kirche. Wenn sich Christen aus unterschiedlichen Konfessionen, Traditionen und Denominationen in Eintracht versammeln, „dort verheißt der Herr seinen Segen“ (3b).
 
Der Psalmist schreibt, „Wie schön und wie wunderbar ist es, wenn Brüder einträchtig zusammenleben!“ (133,1). Oder wie es auch heißt, „gemeinsam sind wir stark“.
 
„Das ist so kostbar wie das duftende Salböl“ (2a; ein Bild aus 3. Mose 8,12). „Es ist so erfrischend wie der Tau vom Berg Hermon“ (3a). Der Berg Hermon ist ein weites Gebiet, das gewöhnlich schneebedeckt ist. Der Berg ist 2.814m hoch. Es heißt, sein Tau versorgt das ganze Land mit Wasser.
 
Die Bilder von Öl und Tau sind Bilder des Segens. Wo Eintracht zu finden ist, „dort verheißt der Herr seinen Segen“ (3b).
 
Herr, danke, dass Du Eintracht so stark segnest. Ich bete für Einheit und Eintracht in unserer Gemeinde, in unserer Kirche und in den Gemeinden auf aller Welt.
Zu 1.Petrus 4,1-19
2. Liebt einander innig
Petrus schreibt, „Vor allem aber habt innige Liebe untereinander“ (4,8a; SLA). Das griechische Wort, das hier für „innig“ steht, beschreibt ein Pferd in vollem Galopp. Es bedeutet „voll ausgestreckt“ und wird gelegentlich mit „eifrig“ übersetzt.
 
Diese Art Liebe „deckt viele Sünden zu“ (8b) (sie vergibt und rechnet Schuld nicht zu). Liebe vergibt die Fehler des anderen, weil du selbst die liebende, vergebende Gnade Gottes kennst.
 
Das ist ein zentraler Punkt, wenn Beziehungen langfristig funktionieren sollen und du dich nicht so leicht mit anderen überwerfen willst. Du weißt, wie sehr Gott dich liebt und welche Sünden Er dir schon alle vergeben hat. Also sei bereit, über die Vergehen und Sünden anderer Menschen hinwegzusehen.
 
Das bedeutet nicht, dass Sünde ohne Bedeutung wäre. Im Gegenteil. Petrus drängt uns, „mit der Sünde [zu] brechen“ (4,1; NGÜ). Breche mit deinem alten Leben, das von den bösen, menschlichen Begierden geprägt war und lebe nach dem Willen Gottes (4,2).
 
Ich erinnere mich an die Reaktionen einiger Freunde, als ich mich frisch bekehrt hatte. Sie wunderten sich, wie ich mich verändert hatte und fanden es seltsam. Petrus schreibt, „Ihr habt euch in der Vergangenheit genug an dem beteiligt, woran ungläubige Menschen ihre Freude haben – an Maßlosigkeit und zügellosen Leidenschaften, Trunkenheit, ausschweifenden Festen, Trinkgelagen und Götzenanbetung. Eure früheren Freunde sind natürlich überrascht, dass ihr nicht mehr an ihren schlimmen Vergnügungen teilnehmt, und reden jetzt schlecht über euch“ (4,3-4).
 
Du sollst anders leben, bist aufgerufen zu Besonnenheit und Klarheit, damit du beten kannst (4,7). „Vor allem lasst nicht nach in der Liebe zueinander! Denn die Liebe macht viele Sünden wieder gut. Nehmt einander gastfreundlich auf, ohne zu murren“ (8-9; GNB).
 
Wie der Apostel Paulus setzt auch Petrus die Geistesgaben in Kontext mit der Liebe (4,10-11; s. auch 1. Korinther 12-14). Die Bestimmung der Gaben ist Liebe.
 
Selbst wenn du innig liebst, wird diese Liebe nicht immer erwidert. Rechne mit Widerständen. Lass dich davon nicht überraschen: „Wundert euch nicht über die heftigen Anfeindungen, die ihr jetzt erfahrt. Sie sollen euren Glauben prüfen und sind nichts Außergewöhnliches. Freut euch vielmehr darüber, dass ihr mit Christus leidet; dann werdet ihr auch jubeln und euch mit ihm freuen, wenn er in all seiner Herrlichkeit erscheint“ (12-13; Hfa).
 
Es ist eine Form des Leidens, zu dem alle Christen berufen sind. Leiden gehört zum Reinigungsprozess dazu. Gott benutzt Leid, um dich zu läutern und die Sünde aus deinem Leben zu entfernen (4,1-2). So sind Kränkungen tatsächlich ein Segen: „Freut euch, wenn ihr beschimpft werdet, weil ihr zu Christus gehört. Denn daran wird sichtbar, dass der Geist der Herrlichkeit Gottes bei euch ist“ (4,14).
 
Wenn Beschimpft Werden auch nicht angenehm ist, so ist doch jede Kritik ein Segen. Wenn sie berechtigt ist, ist sie ein Segen, weil du von ihr lernen kannst. Wenn sie unberechtigt ist und „ihr beschimpft werdet, weil ihr zu Christus gehört und nach seinem Namen genannt seid, seid ihr glücklich zu preisen“ (14; NGÜ). Es ist eine große Ehre mit Jesus assoziiert zu werden, dass selbst die Teilhabe an Seinem Leiden ein Segen ist. Wenn du das verstanden hast, kannst du alle Kritik als Segen verstehen!
 
Manchmal leiden wir auch wegen unserer eigenen Sünde (4,15), aber zu leiden, weil man Christ ist, ist keine Schande – es ist ein Grund zur Freude und zum Lob Gottes (4,13.16). Es soll dich nicht abschrecken, sondern vielmehr anspornen, weiter Gutes zu tun: „Wenn ihr also leidet, weil Gott es so will, dann hört nicht auf, Gutes zu tun, und vertraut euch Gott an, der euch geschaffen hat. Er wird treu zu euch stehen“ (4,19). Martin Luther King sagte, „Ich habe beschlossen, mich an die Liebe zu halten. Hass ist eine zu große Last zum Tragen.“
 
Herr, bitte hilf uns, eine Gemeinde zu sein, in der wir uns innig lieben und in der die Liebe viele Sünden zudeckt.
Zu Hesekiel 47,1 – 48,35
3. Sehnt euch nach der Ausgießung des Heiligen Geistes
Wenn der Geist Gottes in dein Herz ausgegossen ist (Römer 5,5), bringt der Heilige Geist Leben in Fülle, geistliches Wachstum, mehr Frucht und Heilung in dein Leben.
 
Hesekiel sieht ein Bild davon, als er Wasser unter dem Tempel hervorfließen sieht. Es strömt hervor, schwillt an zu einem reißenden Fluss; „so tief, dass ich nicht mehr hindurchgehen konnte. Der Fluss konnte nur noch schwimmend durchquert werden“ (47,5). Rechts und links des Flusses stehen viele Bäume (47,7). Wo der Fluss hinfließt, „heilt es das Wasser des Toten Meeres“ (47,8).
 
„Überall wohin der Fluss kommt, da schenkt er Leben… Am Ufer des Meeres leben dann Fischer… sie breiten ihre Netze zum Trocknen aus. Fische aller Art wird es wieder dort geben, so zahlreich wie im Mittelmeer… An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihre Blätter verwelken nie, und sie tragen immerfort reiche Frucht. Denn der Fluss, der ihren Wurzeln Wasser gibt, kommt aus dem Heiligtum. Monat für Monat bringen sie neue, wohlschmeckende Früchte hervor, und ihre Blätter dienen den Menschen als Heilmittel“ (47,9-12).
 
Jesus sagte, dass sich diese Verheißungen von Hesekiel nicht an einem Ort sondern in einer Person erfüllen würden – Jesus selbst (Johannes 7,37-39). Durch den Heiligen Geist werden auch von dir Ströme lebendigen Wassers ausgehen. Jesus sagte, „Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen, wie es in der Schrift heißt“ (Johannes 7,38).
 
Dieses Bild von lebendigem Wasser ist ein Bild für das Wirken des Geistes, der dir Leben in Fülle und Segen schenkt, und der dann von dir weiter fließt und eine positive Wirkung auf andere Menschen hat.
 
Vor allem kündet der Fluss vom neuen Jerusalem – der Stadt, in der Gott lebt. Die Stadt heißt, „Hier ist der Herr“ (38,35). Es ist die Ankündigung des neuen Himmels und der neuen Erde, die Jesus bei Seiner Wiederkunft errichten wird (s. Offenbarung 22,1-2).
 
Herr, ich danke Dir für den Heiligen Geist und die Zusage, dass Ströme lebendigen Wassers aus meinem Innern fließen werden. Bitte fülle mich heute mit dem Heiligen Geist, damit ich Leben, Liebe, Eintracht und Heilung bringe, wo ich auch hinkomme.

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