Ein Balkon für unsere Botschaft!

Geschütztes Bild: Ein Mann darf 1990 die Berliner Mauer zerstören!

So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. 2 Korinther 5, 20

In diesem Herbst jährt sich zum Dreißigstenmal der Tag, an dem die berühmte „Prager Balkonrede“ stattfand. Die Rede wurde von dem damaligen Außenminister der BRD, Hans-Dietrich Genscher, gehalten. Er sprach von dem Balkon der Botschaft der BR Deutschland im Palais Lobkowicz in Prag aus zu den Massen von ausreisewilligen Bürgern der sozialistischen Diktatur in der DDR, die hier ihre erste Zuflucht gesucht hatten.

Seine kurze aber unvergessliche Rede lautete: „Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…..“

Worte, die Genscher anschließend sagte, gingen im allgemeinen Jubel unter: Freiheit, Freiheit, Freiheit!! Dies war einer der bewegendsten  Momente der neuen europäischen Geschichte.

Die Botschaft in Prag war damals ein Zufluchtstort für Menschen in schwierigen Zeiten. Vieles war noch ungewiss: die bedrohliche kommunistische Regierung, die Millionen durch Furcht und Gewalt regierte, war noch immer an der Macht: Vom Ochotskischen Meer im Pazifikum, durch Moskau bis nach Eisenach. Viele fürchteten, dass in Prag wieder etwas Schlimmes und Gewalttätiges passieren würde, wie im Frühling 1968. Doch das Szenarium hatte sich – Gott sei Dank – in eine positive Richtung entwickelt und heute leben viele Deutsche und Europäer deswegen in viel friedlicheren und besseren Verhältnissen als damals.

Jesus Christus, Gottes Sohn kam in diese gefallene Welt auch als ein Botschafter Gottes des Vaters. Diese Tatsache ist der Kern der Weihnachtsbotschaft, die wir bald feiern werden. In einer seiner ersten Predigten betonte Jesus warum er gekommen sei und was seine Botschaft ist:

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn

Lukas 4, 18-19

Jesus hat diese Botschaft auch wirksam in die Tat umgesetzt: Menschen, die ihm begegnet sind, wurden von ihren Sünden und Krankheiten geheilt, Hungrige wurden gespeist, Blinde wurden sehend und die vom Bösen und Unheil Gefangenen wurden durch seine Vollmacht befreit.

Nachdem er seine wichtigste Mission vollbracht hatte, nämlich seinen Opfertod für die Sünden der Menschheit, und nach seiner Rückkehr zum Vater, gab er seinen Jüngern und seiner Kirche die Vollmacht, diese Botschaft weiter in der ganzen Welt zu verkündigen. Erst die Apostel ( ἀπόστολος = Der Beauftragte, Botschafter) und danach die christliche Kirche verbreiteten erfolgreich diese Botschaft in der damaligen Welt, die voller Angst, Sünden, Krankheiten und Probleme war.

Beim Betrachten der Geschichte sehen wir, dass die Kirche und die Christen viel Gutes für die leidende Menschheit geleistet haben: diakonische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Waisenhäuser wurden errichtet; Universitäten und Schulen, an denen die Menschen im Schreiben und Denken gefördert wurden, sind von Christen gegründet worden.

Viele Menschen wurden durch die Evangeliums-botschaft aus geistigen Gefangenschaften befreit und total verändert. Ein Beispiel dafür ist der ehemalige englische Sklavenhändler John Newton (1725- 1807), der nach seiner dramatischen Bekehrung eines der schönsten Lieder aller Zeiten gedichtet hat, nämlich: „Amazing Grace“, oder „O Glück der Gnade“ ( Gesangbuch 297). Hier schrieb Newton über sein persönliches Gnadenerlebnis: „Ich war verlorn, bis er mich fand, war blind jetzt sehe ich!“

Auch wir heutigen Christen sind Botschafter Christi. Wir merken, dass wir uns in einer postchristlichen Gesellschaft befinden, in welcher die Notwendigkeit der heilsamen Verkündigung des Evangeliums genauso relevant ist, wie sie in den ersten Jahrhunderten des Christentums war.

 Die Kirche und die Gemeinden können in der kommenden Weihnachtszeit ihre „Botschaftsbalkone“ dazu nutzen, die Freiheit, die Vergebung, die Gnade und den Trost Gottes den Menschen in unserem Umfeld zuzurufen.

Diese gute Botschaft können wir unserer Zeit entsprechend auch digital oder auf klassische Art und Weise verbreiten. Hauptsache ist es, dass unsere Mitmenschen auch an diesem Weihnachten hören können:

Als Botschafter an Christi statt sind wir heute zu Euch gekommen, um Euch mitzuteilen, dass Eure Erlösung …“

Ihr Pastor Vatroslav Zupancic (Bild aus diesem Video von der EmK Mühlheim)

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