„Durch euch kommt der Name Gottes bei den Völkern in Verruf.“

Das schreibt Paulus in Römer 2:24 an seine Landsleute: “ So steht es in den Heiligen Schriften: »Durch euch kommt der Name Gottes bei den Völkern in Verruf.« “

Zunächst führt Paulus all das Positive auf, das gute Erbe, das Gott seinem ersten Volk gegeben hat. Er beschreibt den anvertrauten Weinberg. Vielleicht kann man sich diesen Schatz einmal (nach der Übersetzung der Guten Nachricht) auf der Zunge und im Herzen zergehen lassen:
* ihr gründet euer Vertrauen auf das Gesetz und
* ihr seid stolz auf eure besondere Beziehung zu Gott.18 
* Aus dem Gesetz kennt ihr seinen Willen und
* könnt beurteilen, was in jeder Lage das Rechte ist.19 
* Ihr wisst euch berufen, die Blinden zu führen und denen, die im Dunkeln sind, das Licht zu bringen,20 
* die Unverständigen zu erziehen und
*die Unwissenden zu belehren;
denn mit dem Gesetz habt ihr in vollendeter Form alles, was der Mensch über Gott und seinen Willen wissen muss.

Das alles darf die Angehörigen einer solchen Religion zu recht stolz machen. Gott hat gute Voraussetzungen geschenkt!
Nun führt Paulus aber weiter aus, dass sie leider diesen Weinberg nicht so gedeihen lassen, wie er es hergibt, weil sie in ihrem Herzen dieses Potential nicht leben lassen. Paulus führt das auf die Unwirksamkeit des Gesetzesglaubens zurück – und bietet in Christus schließlich unseren christlichen Glauben an: „Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit offenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. (3:21f)“.

Nun stellt sich die Frage, ob sich der Text dieser Überschrift durch den christlichen Glauben dauerhaft verändert hat – oder ob wir nicht auch dranbleiben müssen, an diesem Ruf zu arbeiten: Dass die Menschheit durch uns die Liebe, die Prinzipien, die Pläne und damit die Ethik des Schöpfergottes erkennt?

Wie werden andere Menschen auf diesem Planeten auf uns als westliche Christenheit blicken? Vielleicht stellen sie Fragen: – drei Beispiele sollen genügen:
* Wie gehen die denn mit Kindern um? Was wird ihnen jetzt und in der Zukunft zugemutet? Was ist mit Abtreibung, mit Ideen von Sozialfamilien, Auflösung klassischer Familienstrukturen und Geschlechtssicherheiten; mit Vorbild durch Mutter und Vater; mit dem Starkwerden im Leben durch Herausforderungen im natürlichen Familienverband ?
* Wie gehen die denn mit unseren gemeinsamen Ressourcen um? Wie kann es sein, dass ich beim Thema „Ökologischer Fußabdruck“ einen Flächenbedarf habe, der (hochgerechnet) 3.1. Erdbälle brauchen würde? „Brot für die Welt“ hat hier einen erhellenden Test.
* Wie sehr denken sie an ihre verfolgten Glaubensgeschwister in anderen Ländern?

Wenn man uns so beobachtet;: Kann es es sein, dass der „Name Gottes“ auch durch uns Christen „in Verruf gerät“?

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