Konversionstherapie: Wo bleibt die Freiheit?

Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden         Rosa Luxemburg

So das Tagesthema des ersten Sitzungstages der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Doch wie ernst ist uns diese Freiheit? Vor einiger Zeit las ich in der Zeitung vom Bestreben des Bremer Stadtrates sogenannte Konversionstherapie an Homosexuellen zu verbieten. Heute (12.06.2019) steht in der Rheinpfalz auf der Titelseite: „Bundesgesundsheitsminister Spahn (CDU) will noch in diesem Jahr die Weichen für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien gegen Homosexualität stellen.“ In einem Kommentar auf der nächsten Seite heißt es dann: „Beim geplanten Verbot von „Konversionstherapien“ für Homosexuelle geht es nicht mehr um das Ob, nur noch um das Wie. Richtig so!“

Im Klartext heißt dies, ein Mensch, der mit seinem biologischen Geschlecht unglücklich ist, weil er eine andere Orientierung spürt, kann eine Konversion, von der Krankenkasse bezahlt, mit körperlichen Eingriffen und all den damit zusammenhängenden Risiken durchführen – hier heißt die Konversion allerdings Geschlechtsumwandlung – ein homosexuell empfindender Mensch, der freiwillig (!) eine eventuell mögliche Änderung seiner Orientierung erfahren möchte, darf dies nicht. Im Gegenteil wenn er Beratung oder gar Therapie sucht, muss er oder der Therapeut – je nachdem wie das Gesetz dann verfasst wird – mit einer Ahndung als Ordnungswidrigkeit oder gar mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Ist das nicht eine Umkehrung der strafrechtlichen Verfolgung Homosexueller? Sind es nicht die gleichen Methoden?  

Jeder/jede/jedes Mensch ist also frei seine sexuelle Orientierung zu wählen/auszuleben, nur der homosexuell Empfindende nicht. Er ist festgelegt auf seine Homosexualität, die ja keine Krankheit ist und deshalb nicht therapiert werden muss.  Man kann sich fragen, ob das biologische Geschlecht als Krankheit verstanden werden muss, da es ja Menschen gibt, die sich einer Therapie unterziehen, um dieses zu verändern.

Ist das die Freiheit, die unsre moderne Gesellschaft verkündigt? Interessanterweise geht es in dem oben erwähnten Kommentar dann auch nur um die Frage, ob der Staat Ärzten und Therapeuten bestimmte Therapien verbieten kann – nicht aber darum ob Homosexuelle die Freiheit einer Wahl haben.

Wo sind die Christen, die ihre Stimme erheben und für diejenigen sprechen, die (wenn das Gesetz durchgeht)  bald kriminalisiert werden –  nur weil sie eine sexuelle Orientierung nicht so annehmen können/wollen, wie es der Staat vorschreiben will?

Hinweis: Hier findet sich Artikel von PRO über andere kritische Stimmen zum Gesetz.

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