Muttertag: Die „Traditionalisierungsfalle“

Diesen Begriff habe ich heute neu gelernt. Das Radio hat heute „Muttertag“ zum Thema und intensiv über diese Falle berichtet. Was ist das für eine Falle? – Es ist diejenige, die zuschnappt, wenn eine gut ausgebildete und in der Arbeitswelt gut angekommene Frau ein Kind bekommt: Sie kommt dann nicht so leicht in den Beruf zurück, weil vornehmlich sie (und nicht ihr Partner – falls vorhanden) an das Kind gebunden ist und dann vielleicht nur noch Teilzeit in ihren ersehnten Beruf zurückkehren kann. Bei der Hans-Böckler-Stiftung sieht das z.B. so aus:

Nun ist ja eine „Falle“ wahrlich nichts Schönes – und Traditionalisierung hört sich auch eher furchterregend an. Warum aber eigentlich sind die Kinder „Falle“ und nicht „Freiheit“? Offenbar ist das Grundmuster der Autoren: Kindergroßziehen ist ein Zwang, eine Einengung – weil es am Eigentlichen hindert.

In diese Gedanken hinein möchte ich meine drei Fragen stellen:

  1. Wieso kann Kindererziehung nicht schlichtweg erfüllend sein und die Frau in eine Freiheit der Gestaltungsmöglichkeiten und „Arbeit an der Zukunft“ führen? Was ist das Eigentliche im Leben?
  2. Es wird impliziert, dass die Männer ohne Zwang morgens pfeifend mit dem Aktentäschchen verschwinden und abends erfüllt von einem guten Arbeitstag nach Hause kommen. Ist das nicht Unfug? Ist es nicht eher so, dass auch der Mann in der „Falle“ sitzt, sein Leben über die Erwerbstätigkeit der Familie zu widmen? Und die kann wirklich manchmal, wenn der Druck im Betrieb da ist, wie der Bügel einer Mausefalle auf dem Nacken von Männern lasten. Wenn wir das „Handbuch des Lebens“, die Bibel mit ins Feld führen, dann lesen wir da, dass weder Frauen noch Männer nach 1.Mose 3 in einem freiheitlichen Lenz durch dieses Leben spazieren. – Und das führt mich zur dritten Frage:
  3. Kann es vielleicht sein, dass diese ganze Diskussion ein Ergebnis unserer Wohlstandsgesellschaft und unseres Luxusanspruchs ist? Müssen nicht Milliarden anderer Familien auf dieser Welt diese Arbeitsteilung leben – und sind dabei nicht immer unglücklicher als wir auf unserer Wellnessinsel ? Kann es sein, dass wir zu viel wollen: Erfüllung durch Arbeit und Erfüllung durch Kinder gleichermaßen?

Der Wirtschaft gefällt diese Falle gut, denn sie will wachsen – und das mit gut ausgebildeten Frauen.
Den Kindern, die von Anfang an in die Kita gehen? Ist das auch gut für sie? – Diese Woche sagte eine sehr engagierte Erzieherin zu mir: Wir haben soo viele ganz kleine Kinder bei uns. Wir geben ihnen, was wir können. Aber in ihrer Entwicklung würde ihnen eine Mutter, die Zeit hat, ein individuelles Zuhause viel besser tun. – Vielleicht sitzen bei dieser Anti-Traditionalismus-Ideologie die Kinder in der Falle? – Sie merken es nur nicht. Vielleicht später.

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