Mit Gottesfurcht durch das Leben joggen

Neulich beim Laufen bin ich doch sehr ins Nachdenken gekommen. Viele Menschen joggen ja, um ihren Kopf frei zu bekommen, als Ausgleich für den Alltag oder auch wegen der Endorphine
(„Glückshormone“), die dabei freigesetzt werden (sollen). Ich tue das eigentlich mehr aus der Erkenntnis heraus, sonst ziemlich einzurosten und dementsprechend muss ich mich jedes Mal neu überwinden. Meine Gedanken drehen sich dann auch mehr darum: „Wie viel bin bereits gelaufen? Wann geht es heimwärts?“
An einer bestimmten Stelle war ich mir nicht ganz sicher. Soll ich den breiten Weg laufen, der so offensichtlich richtig ist? Eigentlich wusste ich ja, dass „mein“ Weg eher leicht nach links geht. Aber dieser breite Weg so so richtig aus – und auf gings. Mit dem Ergebnis, dass ich nur nach ca. 2-3m in den Brombeerranken, die unter dem Laub verborgen waren, hängen blieb und mich der Länge nach hinlegte.
Sofort kamen mir alle möglichen Bibelstellen in den Sinn, vorneweg Jesu Ermahnung den schmalen Weg, der zum Leben führt, zu wählen, statt des breiten Weges, der ins Verderben führt (Mt. 7,13f) und die Ermahnung Moses kurz bevor Israel das verheißene Land (Deut. 30. 15-20) einnimmt. Er stellt ihnen zwei Alternativen vor: Leben und Tod, Segen und Fluch, abhängig davon, ob das Volk den Geboten Gottes folgen wird oder nicht.
Was mich aber am meisten betroffen machte, war die Tatsache, dass ich den Weg doch eigentlich kannte. Es war ja nicht das erste Mal, dass ich hier joggte. Und trotz dieses besseren Wissens nahm ich den breiten Weg, weil er so richtig aussah, wirklich nach einem Weg, nicht nur so ein Pfädchen. Nicht immer folgt die Konsequenz einer falschen Entscheidung so prompt wie bei mir. Aber dafür ist sie manchmal auch folgenschwerer. (Ich fiel ja nur ins weiche Laub, stand auf und konnte weiterlaufen.) Auch dass andere genau der gleichen Fehlentscheidung folgen, macht es nicht besser. Als ich nämlich mit meiner Tochter ein paar Wochen später wieder hier entlang lief, wollte auch sie den breiten Weg nehmen. Wie gut ist es da darauf zu vertrauen, dass uns unser Herr leitet, trotz mancher Fehlentscheidungen. Einfach so? Wenn wir ihn fürchten, uns nach ihm ausstrecken, unser Leben nach seinen Regeln ausrichten: Was ist mit dem, der Jahwe fürchtet? / Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll. Ps. 25,12

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