Noch eine Stunde wachen?

Am letzten Sonntagmorgen haben viele Empfänger der EmK-Mails wohl ihren Augen nicht getraut, als sie von der Eil-Entscheidung des Kirchenvorstandes gelesen haben: „Deshalb wollen wir eine Kirche werden, in der sowohl homosexuell empfindende Menschen ordiniert und bei einer Eheschließung gesegnet werden können…“ Nachdem der Bischof noch eine Woche zuvor davon sprach, dass wir erst einmal Zeit haben und uns Zeit nehmen, neigte ich bei dieser Sonntagsnachricht (die noch am Vormittag verlesen werden sollte) zu Schnappatmung und Begriffe wie „Handstreich“ kamen mir in den Sinn.

Inzwischen sind 48 Stunden vergangen; etliche Geschwister haben schon gestern ihren Austritt aus der derzeitigen EmK erklärt. Es sind aber auch 48 Stunden des Betens, Nachdenkens, ersten Beratens.

Wenn wir unsere Wurzelspitzen Richtung Jesus richten und fragen, was dies alles zu bedeuten hat, dann kommt mir der Ruf Jesu in den Sinn: „Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?“
Viele von uns sind müde, in einer Kirche zu wachen, in der seit 2014 immer wieder „dieses Thema“ bewegt wurde und nun überraschend schnell dem Ende zugeführt werden soll. Ich möchte uns Mut machen, noch diese eine Stunde „dranzuhängen“ und in den nächsten Monaten mit uns dafür einzutreten, dass es lebensfähige Gemeindestrukturen für uns „Konservative“ gibt – ganz gleich, ob innerhalb oder außerhalb dieser neuen deutschen Kirche – ganz gleich, ob innerhalb oder außerhalb der UMC, Wo das Bekenntnis gelebt werden kann, ist zweitrangig. Vorrangig ist doch, dass jetzt nicht zu schnell Gemeinden in ihrem Dienst beeinträchtigt werden, indem aktive Mitglieder gehen. Laßt uns in den Gemeinden zunächst noch die „eine Stunde“ beieinander bleiben, bis es eine Alternativstruktur gibt, in die sich Gemeinden einweben können. Dann können sich Gemeinden entscheiden, zu welcher dieser EmKs sie gehören – und vielleicht ist dann die Stunde für Ihre Entscheidung.
Wer es, wie jüngst in unserer Gemeinde geschehen, nicht mehr aushält mit seinem Gewissen in der Kirche, aber trotzdem bei seiner Gemeinde bleiben will, hat die Möglichkeit, als Freund der Gemeinde weiter mitzuarbeiten, selbst als „berufene Schwester“ oder „berufener Bruder“ im Vorstand zu bleiben (wenn auch ohne Stimmrecht).

Quelle: Wikimedia.org / Maulwurfn Kalle

Bedenken wir, dass Jesus seine Gemeinde wertschätzt und lieb hat: „Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen. “ Joh 17,11 Eine Gemeinde ist für ihn wie eine Krone, die aus Edelsteinen mitten in dieser Welt besteht. Er möchte, dass sie erhalten bleibt. Bei dem Foto aus dem Doberaner Münster sehe ich uns als Gemeindeglieder als die Blätter an diesem Kreuz. Gott hat uns zu wirksamen Ortsgemeinden werden lassen, die kostbar sind: Was gibt es Kostbareres als eine christliche Gemeinde in einem Ort mit diesen grünen Blättern, die Kraft aus dem Kreuz beziehen? Wer sonst kann der Welt LEBEN geben?
Das Bleiben ist aber für viele zur Zeit eine große Herausforderung oder Zumutung: Den Dienst in Kindergottesdienst, Chor, Vorstand oder Haustechnik trotz der jüngsten Beschlüsse weiter zu machen. Aber bei allem Ärger über die schnelle Entscheidung des Kirchenvorstands: Sie hilft uns, dass es keine „unendliche Geschichte“ mehr wird, sondern dass wir in „einer Stunde“ wissen werden, welche Alternative es gibt, traditioneller Methodist und EmK-Gemeinde zu sein.
Dazu beginnen nun die Überlegungen. Wenn Sie mit überlegen möchten, wie ein Gefäß für traditionell bekennende Methodisten aussehen kann und wie auch Geschwistern geholfen werden kann, die selbst konservativ denken, aber ihre Gemeinde lieber in die neue Methodistenkirche mitgeht (dass sie einerseits bekennen können, andererseits aber auch weiter im Kindergottesdienst ihrer „modernen“ Gemeinde mitarbeiten können) – dann mailen Sie uns!

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